Rhetorik
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Wie testet man eine gute Argumentation?
Eine Argumentation verbindet verschiedene Aspekte als Ursache und Wirkung. Der einfachste Test ist daher: Was ist die Konsequenz? Man spielt es einmal durch. Hier ein Beispiel, das ich heute gelesen habe: Im MiGazin (Migration in Germany) wird die „Gesamtanalyse der bundesweiten Serie von Tötungsdelikten an Kleingewerbetreibenden mit Migrationshintergrund“ zitiert, die das Landeskriminalamt Baden-Württemberg 2007 erstellte. Der zuständige Fallanalytiker Udo Haßmann schreibt darin „Vor dem Hintergrund, dass die Tötung von Menschen in unserem Kulturkreis mit einem hohen Tabu belegt ist, ist abzuleiten, dass der Täter hinsichtlich seines Verhaltenssystems weit außerhalb des hiesigen Normen- und Wertesystems verortet ist“. Daraus schlussfolgert er, dass die Täter „im Ausland aufwuchsen oder immer noch dort leben“. Die…
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Strategische Kommunikation
Wer ein Ziel erreichen will, braucht eine gute Strategie – so weit, so banal.Im Zusammenhang mit Kommunikation klingt das für einige Menschen seltsam. Bei Unternehmenskommunikation, also Marketing und PR ist natürlich eine gute Strategie wichtig, aber bei „normalen“ Gesprächen? Wollen wir uns da nicht einfach nur mitteilen? Ja, manchmal wollen wir uns „einfach nur mitteilen“: Wenn ein Kind geboren wurde, eine wichtige Prüfung bestanden wurde, wenn sich zwei Menschen gefunden haben oder wir knapp einer Katastrophe entkommen sind müssen wir anderen davon erzählen. Wir haben das Gefühl zu platzen, wenn wir nicht sofort jemandem sagen, was uns passiert ist. Zur Not nehmen wir den nächst besten Passanten, denn es geht…
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Klarmachen zum Ändern – der Wahlkampf der Piraten
Die Piraten nutzen ihre 2 Seiten im Kölner Stadtteilmagazin „Stadtgespräch“ um ihre ernsthaften politischen Ansichten darzustellen. Dabei werden zunächst die Gründungsthemen genannt: Kampf gegen Internetzensur, für Datenschutz und Transparenz. Es wird auf die Erfolge in Berlin und Saarland verwiesen und betont, dass man sich inzwischen auch mit anderen Themen beschäftigt habe, so zum Beispiel mit Bildungs- und Verbraucherschutzpolitik, mit Umwelt und Energie, Bürgerbeteiligung und eine neue Drogenpolitik. Da melden sich sofort meine Vorurteile gegen Computer-Freaks. Wahrscheinlich nicht nur bei mir – deshalb begründen sie ihre Position: „Die NRW-Piraten fragen, weshalb wenig sucht- und gesundheitsgefährdende Stoffe verboten bleiben, während Alkohol und Pharmaprodukte mit hohem Suchtpotential gesellschaftlich akzeptiert werden. Ihr Lösungsvorschlag: eine…
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Kinder, Klima und Kommunen – der Wahlkampf der Grünen
Wie die FDP nutzen auch die Grünen das Stadtteilmagazin „Stadtgespräch“ um auf einer Seite ihre Themen im Wahlkampf darzustellen. Während die FDP ihren Artikel mit Fotos von Kindern und Musikern aufhübscht, zeigen die Grünen ihre Sympathisanten auf einer Fahrrad-Demo. Ziel ist dasselbe: wer zur Zielgruppe gehört wird angesprochen und ein zentrales Thema wird von mehreren Seiten gezeigt – Fahrrad statt Auto und aktive Beteiligung. Im Text wird zunächst auf die bisherige Regierungsarbeit mit der SPD verwiesen. Dabei wird klar benannt, für welche Veränderungen sich die Partei verantwortlich fühlt: Worin diese Verbesserung der Kitas und die Stärkung der Kommunen besteht, wird nicht ausgeführt. Hier geht es auch nicht um Konkretisierung sondern…
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Wofür steht die FDP? – der Wahlkampf der FDP
Auch die Kölner FDP stellt sich im Stadtteilmagazin „Stadtgespräch“ vor. Wenig Text, viele Aussagen, ein Foto mit ordentlich angezogenen fröhlichen Kindern und ein Foto eines klassischen Konzerts (was die mit der FDP zu tun haben, werden wir noch sehen) und allen Direktkandidaten. Bei den Direktkandidaten fällt ein positiver Aspekt der CDU-Seiten auf, den ich dort nicht wahrgenommen habe, weil er so selbstverständlich ist: Die CDU schreibt an die vorgestellten Kandidaten für welche Viertel sie antreten. FDP, Grüne und Piraten gehen davon aus, dass die Leser wissen in welchem Wahlkreis sie wohnen. Aber hier soll es nicht um die Bilder, sondern um den Text gehen. Die FDP fängt nicht mit ihren…
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„Das bisschen Haushalt“ – der Wahlkampf der CDU
Auf zwei Seiten im Kölner Stadtteilmagazin „Stadtgespräch“ stellt sich die Kölner CDU selbst vor. Ich dachte, ich erfahre hier, warum ich diese Partei wählen sollte. Gelesen habe ich statt dessen, warum ich die CDU nicht wählen werde. Titel und Thema des Artikels ist „Schulden lösen keine Probleme, Schulden sind das Problem“ Das Scheitern der Rot-Grünen-Regierung am Landeshaushalt ist der Aufhänger, denn darin läge die Chance sich „als Partei der nachhaltigen Haushaltspolitik zu empfehlen“. Bernd Petelkau, Vorsitzender der CDU Köln bringt es auf den Punkt mit „Rot-Grün hat nicht die Kraft, den Haushalt zu konsolidieren.“ Ein typischer Politiker-Satz, der nicht auffällt, aber auffallen sollte. Hier wird bewusst das Wort „Kraft“ verwendet.…
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Argumente im Wahlkampf
Es ist Wahlkampf in NRW. Auf meiner täglichen Radstrecke sehe ich von fast allen Parteien große und kleine Plakate, aber ich sehe nur wenig klare Positionen und noch weniger Argumente, dafür lustige Sprüche und Köpfe. Nun möchte ich weder die lustigste noch die schönste Partei wählen und eigentlich möchte ich mich auch nicht durch die langen (und selten leserfreundlich gestalteten) Parteiprogramme lesen. Zum Glück fiel mir das Stadtteilmagazin „Stadtgespräch“ in die Hände. Darin stellen sich CDU, FDP, Grüne und Piraten ausführlich vor. Das heißt nicht, dass ich hier klare Konzepte und Argumente finde. (Eine genaue Analyse in den nächsten Artikeln. Also, liebe Politiker: bitte gebt mir Gründe, warum ich euch…
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Wer den Weg nicht kennt spricht gerne über seinen Kompass
Metaphern sind eine wunderbare Sache, sie ermöglichen uns über etwas zu sprechen, dass wir sonst nicht in Worte fassen können. Metaphern können aber auch mißbraucht werden, um den Inhalt einer Rede zu vernebeln. Dabei werden gerne Bilder verwendet, die dort, wo der Inhalt fehlt ein Gefühl erzeugen. So sprechen Manager in dunklen Zeiten gerne von den „Leuchttürmen“ die sie demnächst setzen wollen. Während die inhaltliche Überzeugung dazu führt, dass die Zuhörer selbst erkennen, dass nun dies oder das so oder so zu bewerten ist, wird durch diese bildhafte Sprache ein Gefühl erzeugt, dass häufig darüber hinwegtäuschen soll, dass genau das nicht vorhanden ist. Wenn man unter diesem Gesichtspunkt, die Rede…
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Energiepolitik ist kein Spielplatz
Energiepolitik ist kein Spielplatz Am 1. Juni 2011 schrieb Friedrich Merz einen Gastartikel in der Zeit (Nr. 23) über die aktuelle Energiepolitik. In dem er zwar nicht Stellung bezieht, aber den Ausstieg vom Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg (also dem Befürworten des Ausstiegs durch CDU und FDP) als unvernünftig darstellt. http://www.zeit.de/2011/23/Energiewende Er klingt dabei sehr vernünftig, aber sind das wirklich überzeugende Argumente gegen die Energiewende? Schon das erste Argument gegen den Ausstieg ist bei genauer Betrachtung ein Argument dafür: „Wer den raschen Ausstieg fordert, muss erklären, wie unsere Energieversorgung in Zukunft aussehen soll“ fordert Merz. Dabei sind die ungeklärten Fragen der Kernenergie weitaus gravierender. Wer die Nutzung der Kernenergie fordert, muss…

