• Rhetorik

    „Das bisschen Haushalt“ – der Wahlkampf der CDU

    Auf zwei Seiten im Kölner Stadtteilmagazin „Stadtgespräch“ stellt sich die Kölner CDU selbst vor. Ich dachte, ich erfahre hier, warum ich diese Partei wählen sollte. Gelesen habe ich statt dessen, warum ich die CDU nicht wählen werde. Titel und Thema des Artikels ist „Schulden lösen keine Probleme, Schulden sind das Problem“ Das Scheitern der Rot-Grünen-Regierung am Landeshaushalt ist der Aufhänger, denn darin läge die Chance sich „als Partei der nachhaltigen Haushaltspolitik zu empfehlen“. Bernd Petelkau, Vorsitzender der CDU Köln bringt es auf den Punkt mit „Rot-Grün hat nicht die Kraft, den Haushalt zu konsolidieren.“ Ein typischer Politiker-Satz, der nicht auffällt, aber auffallen sollte. Hier wird bewusst das Wort „Kraft“ verwendet.…

  • Rhetorik

    Argumente im Wahlkampf

    Es ist Wahlkampf in NRW. Auf meiner täglichen Radstrecke sehe ich von fast allen Parteien große und kleine Plakate, aber ich sehe nur wenig klare Positionen und noch weniger Argumente, dafür lustige Sprüche und Köpfe. Nun möchte ich weder die lustigste noch die schönste Partei wählen und eigentlich möchte ich mich auch nicht durch die langen (und selten leserfreundlich gestalteten) Parteiprogramme lesen. Zum Glück fiel mir das Stadtteilmagazin „Stadtgespräch“ in die Hände. Darin stellen sich CDU, FDP, Grüne und Piraten ausführlich vor. Das heißt nicht, dass ich hier klare Konzepte und Argumente finde. (Eine genaue Analyse in den nächsten Artikeln. Also, liebe Politiker: bitte gebt mir Gründe, warum ich euch…

  • Rhetorik

    Wer den Weg nicht kennt spricht gerne über seinen Kompass

    Metaphern sind eine wunderbare Sache, sie ermöglichen uns über etwas zu sprechen, dass wir sonst nicht in Worte fassen können. Metaphern können aber auch mißbraucht werden, um den Inhalt einer Rede zu vernebeln. Dabei werden gerne Bilder verwendet, die dort, wo der Inhalt fehlt ein Gefühl erzeugen. So sprechen Manager in dunklen Zeiten gerne von den „Leuchttürmen“ die sie demnächst setzen wollen. Während die inhaltliche Überzeugung dazu führt, dass die Zuhörer selbst erkennen, dass nun dies oder das so oder so zu bewerten ist, wird durch diese bildhafte Sprache ein Gefühl erzeugt, dass häufig darüber hinwegtäuschen soll, dass genau das nicht vorhanden ist. Wenn man unter diesem Gesichtspunkt, die Rede…

  • Sonstiges

    Denglisch

    Es gibt Menschen, die verachten jede Verwendung von Anglizismen und haben Angst, dass unsere Sprache dadurch ausstirbt. Der Meinung kann ich mich nicht anschließen, schließlich haben wir auch die Invasion lateinischer und französischer Wörter gut überstanden. Das Gegenteil davon, möchte ich aber auch nicht gutheißen, vor allem weil mir die Englische Sprache leid tut. [http://www.youtube.com/watch?v=uqHd_Y3LOc0]

  • Rhetorik

    Energiepolitik ist kein Spielplatz

    Energiepolitik ist kein Spielplatz Am 1. Juni 2011 schrieb Friedrich Merz einen Gastartikel in der Zeit (Nr. 23) über die aktuelle Energiepolitik. In dem er zwar nicht Stellung bezieht, aber den Ausstieg vom Ausstieg aus dem Atom-Ausstieg (also dem Befürworten des Ausstiegs durch CDU und FDP) als unvernünftig darstellt. http://www.zeit.de/2011/23/Energiewende Er klingt dabei sehr vernünftig, aber sind das wirklich überzeugende Argumente gegen die Energiewende? Schon das erste Argument gegen den Ausstieg ist bei genauer Betrachtung ein Argument dafür: „Wer den raschen Ausstieg fordert, muss erklären, wie unsere Energieversorgung in Zukunft aussehen soll“ fordert Merz. Dabei sind die ungeklärten Fragen der Kernenergie weitaus gravierender. Wer die Nutzung der Kernenergie fordert, muss…